antifa teheran http://antifateheran.blogsport.de Tue, 07 Feb 2012 15:13:15 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en [Artikel] Tote Flüchtlinge und deutsche Lippenbekenntnisse http://antifateheran.blogsport.de/2012/02/07/tote-fluechtlinge-und-deutsche-lippenbekenntnisse/ http://antifateheran.blogsport.de/2012/02/07/tote-fluechtlinge-und-deutsche-lippenbekenntnisse/#comments Tue, 07 Feb 2012 14:57:09 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2012/02/07/tote-fluechtlinge-und-deutsche-lippenbekenntnisse/ In der Nacht zum 29.01.2012 nahm sich der 29-jährige Mohammad Rahsepar aus dem Iran in der Gemeinschaftsunterkunft in Würzburg das Leben. Schon seit Monaten spielte er mit Selbstmordgedanken, der Heimarzt empfahl dringlichst eine Verlegung Rahsepars. Die Heimleitung ignorierte diesen Antrag und gibt sich nun überrascht. Dabei haben die elenden Flüchtlingsbaracken in Bayern eine Geschichte; diese wird durch die iranische Exilcommunity wieder aufgerollt. Sie ruft für den 13. Februar zu einer Demonstration in Würzburg auf.

Bayerns tote Leichen im Keller

Am Tag seines Suizids klagte Rahsepar. über Kopfschmerzen und wünschte einen Krankenhausbesuch. Dieser wurde ihm zugesprochen. Er wurde nachmittags in die Uniklinik Würzburg gefahren, abends gegen 20:30 Uhr kehrte er zurück. So lautet die offizielle Aussage der Heimleitung. [1] Rahsepars Freunde aus der Gemeinschaftsunterkunft (GU) und seine Verwandten, zu denen wir Kontakt aufgebaut haben, erzählten uns weitere Details dieses Tags, die die GU Würzburg schwer belasten: Rahsepar wurde ohne jegliche Begleitperson in der Uniklinik abgesetzt. Durch sprachliche Schwierigkeiten gelang es ihm nicht, auszudrücken warum er das Krankenhaus aufsuchte. Er wurde in ein Wartezimmer verfrachtet und musste mehrere Stunden warten. Als er zum wiederholten Male versuchte, sein Befinden zu formulieren und er keine Reaktion erhielt, beschloss er völlig frustriert die Uniklinik zu verlassen – zu Fuß! Denn die GU sah sich nur für seinen Hinweg verantwortlich. Der zerfahrene und aufgelöste Rahsepar erzählte bei seiner Ankunft diese Geschichte seinen Freunden, bevor er in sein Zimmer ging, sich einschloss und sich erhängte. „Er ist aus dem Iran geflohen für die Freiheit“, sagt ein Freund Rahsepars aus der GU, „das ist das Ergebnis.“

Rahsepars Flucht aus dem Iran, wo er sich als Polizist Befehlen widersetzte und gefoltert worden war,
war von Anfang an mit starken traumatischen bzw. posttraumatischen Schäden verbunden. Solche psychischen Belastungen von Flüchtlingen werden in der BRD nicht beachtet, wenn MitarbeiterInnen des „Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge“ im Erstgespräch mit den Flüchtlingen einen Nachweis brauchen, dass die Befragten wirklich politisch Verfolgte sind und nicht zurückkehren können. [2] Die MitarbeiterInnen, die dieses oft schwierige und triggernde Gespräch mit den Flüchtlingen führen, haben keinerlei medizinische oder gar fachgerechte Ausbildung und sind im Regelfall typisch-deutsche Schreibtisch-Beamte. Rahsepar litt nach seinem Erstgespräch an solchen traumatischen Belastungen.

Der GU-Arzt Prof. August Stich sagt aus, dass der seit seiner Ankunft in Würzburg zunehmend depressive Rahsepar bereits seit Dezember über Selbstmordgedanken gesprochen hat. Das medizinische Team beantragte „unter höchster Dringlichkeit“ eine Veränderung der Unterbringung des Iraners, z.B. eine Verlegung die Uniklinik oder zu seiner Schwester nach Köln. in der GU jedenfalls seien die notwendigen Voraussetzungen für seine Behandlung nicht gegeben. Der Arzt, Freunde von Rahserpar sowie die „Internationale Föderation iranischer Flüchtlinge“ (IFIF) machen die „entmündigenden“, „menschenverachtenden“ [3] (Stich) Zustände in der Würzburger GU sowie die Missachtung der medizinischen Empfehlung eines Ortswechsels verantwortlich für den Suizid. Der Heimleiter sowie verschiedene bayrische Regierungssprecher behaupten, es bestehe kein sicherer Zusammenhang zwischen Suizid und Lebensverhältnisse in der GU; der Antrag nach Ortswechsel sei zudem nicht ausreichend gewesen, da „kein akutes psychiatrisches Krankheitsbild und eine entsprechende Gefährdung“ [4] festzumachen war. Rund 70 BewohnerInnen (verschiedene Herkunft, verschiedene bzw. keine Religionszugehörigkeit) des Heims haben aus gezieltem und angekündigtem Protest am Folgetag des Suizids ihr Essen nicht abgeholt. Die GU-Leitung nimmt Wind aus den Segeln: sie sieht in dieser Aktion keinen Protest, sondern weist lediglich auf Trauerpraxen von Muslimen hin.

Der aktuelle, massive Imageschaden der GU Würzburg ist kein Novum, sondern vielmehr eine Kontinuität. Die Sendung „Monitor“ fertigte bereits im September 2011 eine kritischen Reportage über bayrische GUs an. [5] Dort zeigen sie verkommene und heruntergekommene Barracken, teilweise über 150 Jahre alt. Sie interviewen verschiedene Flüchtlinge in verschiedenen Heimen, die die katastrophalen Lebensbedingungen beschreiben; „wie Tiere“ fühlen sie sich, und zum Miteinander sagen sie: „Wir hassen uns nicht, aber so wie wir leben müssen, werden wir dazu gebracht, uns zu hassen.“ Auch der Würzburger Mediziner Stich kommt hier zu Wort, und er bestätigt die krankheitsfördernden Bedingungen in den GUs: er konstatiert „eine Zunahme an den Symptomen von psychiatrischen Erkrankungen, von Belastungsstörungen durch die Realität des Lebens in den Lagern.“ Stich kommt zum Schluss, dass diese GUs die Menschen „wirklich krank machen“. Schließlich zeigt die Reportage gegen Ende hin die bayrische Sozialministerin Christine Haderthauer, die auf die Frage nach der Schließung der GU Würzburg aufgrund unzulässiger Verhältnisse für die BewohnerInnen antwortet: „So ist es. Dafür setze ich mich ein“ Dieses Interview war vom April 2011.

„Refugees not welcome“ – deutsche Zustände á la Fortress Europe

Der Fall drückt neben den elenden Lebensverhältnissen für Flüchtlinge in Deutschland insbesondere den rassistischen Normalzustand aus; Heimleiter und Regierungssprecher bestreiten einen Zusammenhang zwischen Suizid und den Umständen, denen sie den Flüchtlingen aufzwingen. Die Leugnung des
Protestcharakters der Hungerstreikenden (trotz expliziter Ankündigung als solcher) und die Verklärung dessen als religiöse Trauermethode ist die dreiste Spitze dessen, wie Staat und Politik Flüchtlinge betrachten und dementsprechend mit ihnen umgehen: statische, stereotype Fremdkörper und nebenbei auch potentiell gefährlich. Dieser Gedanke ist aber nicht neu.

Interessant ist die rege, teils äußerst kritische Berichterstattung mehrerer deutscher Medienplattformen. Dabei handelt es sich mit Sicherheit nicht um den ersten Suizid in einem deutschen Flüchtlingsheim. Warum also diese Medienresonanz? Schließlich geht es hier doch gar nicht um einen entführten, gestrandeten, sportlich erfolgreichen oder wie auch immer gearteten deutschen Staatsbürger, dem Standardsubjekt der Nachrichtenproduktion in der BRD. Die exiliranische Szene in Deutschland ist es, insbesondre die „Internatioanle Föderation iranischer Flüchtlinge“, die dieses Thema erfolgreich skandalisiert hat. Durch diesen öffentlich wirksamen Schritt geraten die widerwärtige Migrationspolitik der vor allem beim Flüchtlingsthema ach so fortschrittlichen BRD ein wenig ins Kreuzfeuer; hier und da wird eine neue Asyl-Debatte gefordert [6]; Reaktionen der Heimleitung und vor allem der bayrischen Regierung sind dann doch eher Beleg für ihr produziertes Elend als der Versuch, diesen Ruf reinzuwaschen.

Solch eine breit getragene Skandalisierung deutscher Migrationsverhältnisse, wie sie gerade stattfindet, unterstreicht den fadenscheinigen Charakter der BRD im Hinblick auf die iranische Protestbewegung; sie erinnern uns an das Zusammenspiel solidarischer Lippenbekenntnisse zur iranischen Opposition einerseits und tüchtigem Business zwischen deutscher Wirtschaft und den Revolutionsgarden der Islamischen Republik andererseits. Verurteilungen der Gewalt und die Selbstinszenierung der offenen, freiheitlichen Demokratie liefen parallel mit massenhaften Ablehnungen von Notasylanträgen iranischer DissidentInnen der „grünen Bewegung“. Gab es dann mal einige wenige bewilligte Anträge, wurden eifrig Pressemitteilungen verfasst und in alle relevanten Blätter gestreut; für seine Toleranz klopfte man sich selbst auf die Schulter. Dass bei einigen wenigen angenommenen Anträgen dabei mehrere Hundert bis Tausend Anträge abgelehnt wurden – und das in der Hochzeit des Flüchtlingsstrom aus dem Iran postum 2009 nach Europa – fand kaum bis gar nicht Erwähnung.

Dieses Problem liegt aber nicht an besonders gemeinen Regierungen oder sadistischen Heimleitungen. Das Problem ist strukturell. Die allgemeine Asylpolitik sieht es nämlich nicht vor, ganz viele Flüchtlinge aufzunehmen und dann zu „integrieren“, wie es einige Gutmenschen-SozialdemokratInnen fälschlicherweise rumposaunen. Das bayrische Ministerium begründet die Zuweisung in GUs nicht mit schritthaften, integrativen Maßnahem o.Ä. Diese Unterbringung „soll die Bereitschaft zur Rückkehr in das Heimatland fördern.“ Dies ist kein bayrisches Problem, schließlich spricht auch die Zentrale Ausländerbehörde in Köln bei ihrer Selbstbeschreibung von „Aufenthaltsbeendenden Maßnahmen“ und „Rückkehrmanagement“ [7] . Das Prinzip heißt also alles andere als „Integration“, sondern vielmehr Abschreckung. Die, die da sind, sollen wieder verschwinden. Nur ganz wenigen wird der Weg in die deutsche Gesellschaft, dem eifrigsten Club von kapitalistischem Hauen und Stechen in Europa, „erlaubt“.

Die Skandalisierung der Flüchtlingspolitik ist allerdings in einen größeren Kontext zu setzen. Das deutsche Muster bezüglich Lippenbekenntisse zur iranischen Freiheitsbewegung und der praktischen Tatenlosigkeit ist nämlich kein Unikat, sondern findet auf größerer Ebene in Europa statt. Während in Zeiten der Krise im sog. Arabischen Raum soziale Eruptionen die sicher geglaubten Despoten umstürzen, klatschen sie – die selbsternannten Progressiven, Aufgeklärten in Europa –in die Hände und sprechen den „Rebellen“ ihre Unterstützung (mal praktischer, meist aber verbaler Natur) zu. Doch die Revolution verläuft nicht immer ganz blumig; hier ist das letzte Gefecht noch nicht gewonnen und der Diktator gibt nicht nach (Syrien), dort entfacht die revolutionäre Übergangsphase ein teilweise fatales Machtvakuum mit gefährlichen Dynamiken (Ägypten); so oder so, krisenhaft sind diese Region allemal, und viele Menschen wollen oder müssen verschwinden. Geht es dann um konkrete, praktische Unterstützung Europas im Sinne offener Grenzen für (politische) Flüchtlinge dieser Länder, klatscht niemand mehr in die Hände. Dann sind wir wieder beim Projekt „Fortress Europe“ und die Arme werden verschränkt; die für ihren Kampf Beglückwünschten und Bejubelten werden an den Grenzen Europas dann selbst bekämpft.

Mohammad R.s Suizid ist die verzweifelte Zuspitzung eines Schicksals, wie es mehrere Tausend in Deutschland und noch viel mehr in Europa ertragen müssen. Es zeigt, dass vor allem in aufständischen Phasen wie 2009-2012 große, barmherzige Sprüche der europäischen Appeasement-PolitikerInnen gelungene Show sind – ihre Taten sprechen eine andere Sprache. Reden wir nicht nur über Sanktionen, Embargos und Flugverbotszonen, sondern von kritischer, umfassender, emanzipatorisch motivierter aber auch praktischer Solidarität, so bleiben wir dabei: Es helfen keine Appelle an den Staat. Ganz aktuell zeigt das die Schuldabwehr-Haltung rund um Rahsperars Suizid.


Für den 13. Februar (12 Uhr, Sternplatz Würzburg) organisiert ein Bündnis aus AsylberwerberInnen aus Würzburg und die IFIR unter dem Motto „In Erinnerung an Mohammad Rahsepar“ eine Kundgebung gegen die deutsche Flüchtlingspolitik. Wir unterstützen diese Aktion.

Antifa Teheran Köln, 07.02.2012

Antifa Teheran

Flugschrift von Cosmoproletarian Solidarity, „Das große Thier“ und Neocommunist_innen

Verweise:

[1] http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Selbstmord-in-Asylheim-Trauer-um-Fluechtling;art735,6588549

[2] http://www.mainpost.de/regional/franken/Mediziner-Stich-Fluechtlinge-werden-entmuendigt;art1727,6590809

[3] Ebd.

[4] http://www.mainpost.de/regional/franken/Suizid-im-Asyl-Attest-reichte-nicht-fuer-Auszug;art1727,6599808

[5] die angesprochene „Monitor“-Sendung gibt es hier: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2011/0915/asyl.php5

[6] http://www.mainpost.de/regional/franken/Asyl-Debatte-nach-Suizid-in-Wuerzburg;art1727,6593348,E

[7] http://www.stadt-koeln.de/buergerservice/adressen/00085/

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Neues Merch! http://antifateheran.blogsport.de/2011/12/08/neues-merch/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/12/08/neues-merch/#comments Thu, 08 Dec 2011 13:13:27 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/12/08/neues-merch/ Aus Solidarität mit der Freiheitssuche der Aufständischen der Arabellion, haben wir neue Shirts gedruck. Es gibt sie in vielen Farben und Größen, girlie und slim long cut.
Aufdruck vorne: „The people demand the fall of the regime“ auf Englisch und Arabisch.
Aufdruck Rücken: Das Wort „Liberation“ buchstabiert durch Länder des „arabischen/islamischen Raumes“.
Spende: 10 Euro
Die Einnahmen gehen zur Hälfte in die Prozesskostenkasse für die verurteilte Genossen von Antifa Teheran Köln und zur Hälfte an Genoss_innen im Iran.

T-shirts \"Liberation\"

Die Shirts sind aus Bio-baumwolle, fair gehandelt und kollektiv gedruckt.

Erhältlich auf Anfrage per Email oder im Autonomen Aufstandsseminar und der Donnerstagskneipe im AZ Köln.

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Vortrag in München http://antifateheran.blogsport.de/2011/10/29/vortrag-in-muenchen/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/10/29/vortrag-in-muenchen/#comments Sat, 29 Oct 2011 18:02:16 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/10/29/vortrag-in-muenchen/ Antifa Teheran goes Munich: Vortrag im Kafe Marat, Thalkirchnerstr 102
Mittwoch, 02.11.2011, 20h30, vorher Vokü

Iran, 2009/2010: Damit verbinden wir in erster Linie Massendemonstrationen und Straßenschlachten zwischen regimekritischen Demonstrant_innen und dem ideologisch- paramilitärischen Arm des Staates. Wir erinnern uns an die brutale Repression mit toten Demonstrant_innen, Folter und Hinrichtungen. Ein Wahlbetrug löste das Erwachen einer Generation und das Entstehen einer Freiheitsbewegung aus. Die IRI (Islamische Republik Iran) wackelte und schlug um sich. Trotz scheinbar eingekehrter Ruhe auf den Straßen des Irans und einer Verschärfung der repressiven Lage scheint die Idee, dass der Gottesstaat einen irreparablen Schlag erlitten hat, nicht abwegig.

Gemeinsam versuchen wir, uns einen Überblick über die hochbrisanten Ereignisse im Iran zu verschaffen. Was steckt hinter der „grünen Bewegung? Ist diese Bewegung bereits zerbrochen, oder hat sie eine Zukunft? Vor allem jetzt, im Hinblick auf die revolutionären und aufständischen Wellen im arabischen Raum, müssen wir die Situation im Iran im größeren Kontext betrachten und uns fragen: Was hat der iranische Protest 2009/2010 mit den aktuellen Kämpfen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen und Syrien zu tun? Welche Rolle spielt das Regime in diesem brisanten und geopolitisch relevanten Teil der Welt? Und was für Konsequenzen hat es, wenn das Scheiss-System IRI endlich fällt – oder eben bestehen bleibt?

Wir richten den Blick auch zu uns: Wie reagierten BRD und EU auf die Aufstände im Iran und ihre Unterdrückung, insbesondere Deutschland, das tief in wirtschaftliche Beziehungen mit dem iranischen Regime verwickelt ist? Und was wollen wir mit der Kampagne „Antifa Teheran“? Wir erzählen von unserer kritischen Solidaritätsarbeit und was das mit einer Intervention in Diskurse hier vor Ort zu tun hat.

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Teheran, Tunis, Thessaloniki… http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/teheran-tunis-thessaloniki/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/teheran-tunis-thessaloniki/#comments Thu, 23 Jun 2011 15:29:05 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/teheran-tunis-thessaloniki/ EINLADUNG
Autonomes Sommer-Seminar zu den Aufständen
AZ Köln, Wiersbergstrasse 41, Köln-Kalk.

Seit über einem halben Jahr finden Revolten und Revolutionen statt, deren welthistorisches Ausmaß kaum zu überblicken ist. Die Flut an neuen Informationen ebbt nicht ab, Ereignisse überschlagen sich, wir kommen nicht mehr hinterher. Aber all das geht uns an.
Iran, Tunesien, Ägypten, Bahrain, Jemen, Libyen, Syrien, aber auch West Sahara, Kurdistan, Griechenland, Spanien und Portugal, um nur einige zu nennen. Die Welt verändert sich vor unseren Augen. Da gibt es eine Menge zu begreifen, zu wissen, zu analysieren und zu diskutieren. Das kann eine_r alleine gar nicht schaffen. Wir dachten, als kollektiver Prozess ist das einfacher und macht mehr Freude.
Am 07. Juli soll es so ab 20h30 losgehen (um 20h ist VoKü, nach dem Essen fangen wir an), und ab dann jeden 1. und 3. Donnerstag (unser Vorschlag, da dann auch Vokü ist). Andere Termine sind ebenfalls denkbar.
Die Idee ist, dass an jedem Termin ein Land/Aufstand von jemandem vorgestellt wird. Wie in einem Uniseminar sollen die Themen beim ersten Termin vergeben werden. Trotzdem sind die Sitzungen offen für alle. Wir wünschen uns, dass möglichst viele Leute, die bereits angefangen haben, sich mit einem Thema zu beschäftigen, einen Termin übernehmen und ihr angehäuftes Wissen mit den Anderen teilen. Ebenso freuen wir uns über Leute, die sich noch nicht auskennen und Lust haben, sich in ein Thema einzuarbeiten – so gut es eben geht. Einfach nur zuhören oder mitdiskutieren ist auch erlaubt.
Ort wird der Kinosaal sein, um den Beamer nutzen zu können.
Für den ersten Termin bereiten wir einen groben Überblick über den Stand der Dinge in den verschiedenen Gegenden vor (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!).

Wer jetzt schon Lust hat, ein Referat zu übernehmen, aber am 07.07. nicht kommen kann, kann sich auch gerne melden an electricdragon@riseup.net. Bitte leitet diese Info doch auch gezielt an Leute weiter, die sich bereits in eines der Themen eingearbeitet haben, vor Ort waren oder aus anderen Gründen viel wissen und dies mit uns teilen könnten.

Das Vorbeitungskomitee (Antifa Teheran/Köln & Libya Alhurra/Köln)

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„Dream of Silk“– Filmdoku über Schülerinnen http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/dream-of-silk-filmdoku-ueber-schuelerinnen/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/dream-of-silk-filmdoku-ueber-schuelerinnen/#comments Thu, 23 Jun 2011 13:16:58 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/dream-of-silk-filmdoku-ueber-schuelerinnen/ Bridge to Iran, Dream of Silk 1 of 5

Teil 2-5 findet ihr auf Youtube ja selber…

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Ein Gefolterter erzählt. http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/ein-gefolterter-erzaehlt/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/ein-gefolterter-erzaehlt/#comments Thu, 23 Jun 2011 13:13:39 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/ein-gefolterter-erzaehlt/ In seinem Buch „Letters to my Torturer“ stellt sich Houshang Asadi seinen Erinnerungen: „Ich verwandelte mich in das schlimmste Tier der Welt“.

http://derstandard.at/1304553381276/Ich-verwandelte-mich-in-das-schlimmste-Tier-der-Welt

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Arbeiter_innen Infos http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/arbeiter_innen-infos/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/arbeiter_innen-infos/#comments Thu, 23 Jun 2011 13:08:11 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/arbeiter_innen-infos/ Amnesty International zu Arbeitskämpfen und Repression im Iran (englisch, pdf):
http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE13/024/2011/en

Arbeiterinfo auf deutsch (pdf):
Arbeiternews Nr 45

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Teheran im Tränengas – Doku zu 2009 http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/teheran-im-traenengas-doku-zu-2009/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/teheran-im-traenengas-doku-zu-2009/#comments Thu, 23 Jun 2011 12:54:24 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/teheran-im-traenengas-doku-zu-2009/ Dreiteilge Doku auf Youtube über die Proteste 2009 – 2 Jahre her und immer noch bewegend.

Im Tränengas – Sieben Tage in Teheran 1/3

Im Tränengas – Sieben Tage in Teheran 2/3

Im Tränengas – Sieben Tage in Teheran 3/3

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http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/23/teheran-im-traenengas-doku-zu-2009/feed/
Was ist los im Iran – Vortrag in Dortmund. http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/08/was-ist-los-im-iran-vortrag-in-dortmund/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/08/was-ist-los-im-iran-vortrag-in-dortmund/#comments Tue, 07 Jun 2011 23:08:37 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/06/08/was-ist-los-im-iran-vortrag-in-dortmund/ Rückblick und Perspektiven.

Vortrag der Antifa-Teheran
Wann: Freitag, 10. Juni 2011, 19 Uhr
Wo: Taranta Babu (Humboldtstraße 44), Dortmund

Iran, 2009/2010: Mit diesen Schlagwörtern verbinden wir in erster Linie Massenaufstände und Straßenschlachten zwischen regimekritischen Demonstrant_innen und dem ideologisch-paramilitärischen Arm des Staates. Wir erinnern uns auch an die brutale Repression mit toten Demonstrant_innen, Folter und Hinrichtungen. Ein Wahlbetrug löste das Erwachen einer Generation und das Entstehen einer Freiheitsbewegung aus. Die IRI (Islamische Republik Iran) wackelte und schlug um sich. Trotz scheinbar eingekehrter Ruhe auf den Straßen des Irans und einer Verschärfung der repressiven Lage scheint die Idee, dass der Gottesstaat einen womöglich irreparablen Schlag erlitten hat, nicht abwegig.

Gemeinsam versuchen wir, uns einen Überblick über die hochbrisanten Ereignisse im Iran zu verschaffen. Was steckt hinter der „grünen Bewegung? Ist diese Bewegung bereits zerbrochen, oder hat sie eine Zukunft?
Vor allem jetzt, im Hinblick auf die revolutionären und aufständischen Wellen im arabischen Raum, müssen wir die Situation im Iran im größeren Kontext betrachten und uns fragen: Was hatte eigentlich der iranische Massenprotest 2009/2010 mit den aktuellen Kämpfen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen und Syrien zu tun? Welche Rolle spielt dieses Regime in diesem brisanten und geopolitisch relevanten Teil der Welt? Und was für Konsequenzen trägt es mit sich, wenn dieses Scheiss-System der IRI endlich fällt – oder eben bestehen bleibt?
Wir richten den Blick auch zu uns: Wie reagierten BRD und EU auf die Aufstände im Iran und ihre Unterdrückung, insbesondere Deutschland, das tief in wirtschaftliche Beziehungen mit dem iranischen Regime verwickelt ist? Und was wollen wir mit der Kampagne „Antifa Teheran“? Wir erzählen von unserer kritischen Solidaritätsarbeit und was das mit einer Intervention in Diskurse hier vor Ort zu tun hat.

In einem Input-Vortrag möchten wir zunächst einige Grundlagen und Basics schaffen, um anhand dessen mit euch in die Diskussion einzusteigen. Wir referieren einführend über Geschichte, Staatsystem der IRI, Bewegung und Protest (im überregionalen Kontext), Verstrickungen des europäischen und deutschen Kapitals im business mit den Mullahs und eine dahingehende notwendige, kritische und praktische Solidarität unsererseits.

PS:
Vor Ort gibt es die Möglichkeit, Tickets für den Bus aus Köln zur Innenministerkonferenz nach Frankfurt am 22.Juni 2011 zu ergattern (15 € hin und zurück). Weitere Infos: www.no-racism.de

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Multimediakundgebung letzten Freitag http://antifateheran.blogsport.de/2011/03/28/multimediakundgebung-letzten-freitag/ http://antifateheran.blogsport.de/2011/03/28/multimediakundgebung-letzten-freitag/#comments Mon, 28 Mar 2011 10:08:38 +0000 Administrator Allgemein http://antifateheran.blogsport.de/2011/03/28/multimediakundgebung-letzten-freitag/ Für den 25.03. hatten wir zu einer Soli-kundgebung auf KalkPost, einem Platz im multikulturellen Stadtteil Kalk in Köln, eingeladen. Ab ca 19h zeigten wir Videos und Bilder zu den Aufständen im Iran, aber auch in Libyen, Yemen, Syrien und Bahrain.
Mit den Aufständen in der arabischen Welt ist die einseitige Fokussierung auf den Iran obsolet geworden. Diesem Umstand müssen wir Rechnung tragen.
Die Aktion hat ganz gut funktioniert, mit Infostellwänden und Transpis dekoriert und der aufgebauten Leinwand inklusive Sitzgelegenheiten sah der Platz ziemlich einladend aus und viele bliebe stehen, um sich zu informieren, Vidoes zu schauen und Reden zuzuhören.
Hier ein Indymediabericht.

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